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Mehr Privatleben trotz Smartphone - Wegweiser zu mehr Offline-Freizeit

Achtung Smombie!

Viele von uns sehen sich schon als Geisel ihres eigenen Smartphones. Es klingelt, es vibriert, Kunde hier, Kollege da und auch der Lieferant meldet sich im Stundentakt. Auch ist unserer eigene Nutzung fragwürdig. Bei jeder Gelegenheit ziehen wir das Handy aus der Tasche. Ob dort nun was passiert ist oder nicht. Auch ich bin nicht davon verschont und ertappe mich all zu oft dabei. Es wird Zeit etwas zu ändern!

Im Folgenden habe ich mal ein paar Tipps für weniger Smartphone-Konsum und mehr Privatleben festgehalten. 

 

1. Problemzonen identifizieren

 

Die Selbstwahrnehmung täuscht doch sehr oft. Man denkt, man wäre mega produktiv und nutzt seine Geräte "fast" ausschließlich sinnvoll. Fakten sind jedoch besser als das Bauchgefühl. Die Anwendung "SmarterTime" führt einem auf Windows, IOS und Android das eigene Verhalten vor Augen. "Ich nutze doch mein Handy nur für E-Mails, WhatsApp und ab und an für Suchanfragen bei Google". SmarterTime zeigt es Euch genau: Zwei Stunden Facebook am Tag, eine Stunde Insta, 30 Minuten Youtube und nur 20 Minuten für E-Mails und WhatsApp. 

Wenn man weiß, worauf man seine Zeit verschwendet, kann man auch handeln. SmarterTime lässt es auch zu, Ziele zu definieren und zu überwachen.

 

2. Diensthandy und Privathandy (oder Dualsim) - getrennte Nutzung festlegen

 

Wir haben ein Privatleben und ein Berufsleben. In vielen Punkten bekommen wir es hin, das zu trennen. Nur bei der Handynutzung schaffen wir es nicht. Und damit machen wir uns angreifbar. Sowohl das Privatleben, als auch das Arbeitsleben hat seine Zeit. Und diese sollte man sich auch einteilen und effektiv nutzen. Wenn Ihr Euer privates Handy auch dienstlich nutzt, ist es als ob Ihr Eure Kollegen, Lieferanten und Kunden auch zu Euch in die Wohnung lasst. Und das ist es auch. Meine Erfahrung zeigt, dass fast jeder das Privatleben des anderen respektiert, da er auch sein Privatleben genießen möchte. Wenn ich im Android Universum unterwegs bin, habe ich die tolle Möglichkeit, mir ein DualSim Handy zuzulegen. Bei vielen Modellen kann ich dann festlegen, zu welcher Zeit, welche Nummer aktiv ist. Genauso kann ich dort ein privates und ein geschäftliches Profil hinterlegen. Wer im IOS Universum unterwegs ist, muss sich ein zweites iPhone leisten können. Apple bringt einfach keine DualSim-Geräte auf den Markt. Viele haben trotzdem zwei Geräte. Das hat den Vorteil, dass ich das geschäftliche Gerät dann einfach ausschalte, wenn es Feierabend wird. Dabei kommt auch wieder die Selbstdisziplin zum Tragen. Wer seine private Nummer weitergibt, lässt wieder die Arbeit durch die Wohnungstür. Schafft Euch Freiräume. Eure Familie wird es Euch danken! 

3. Zeiten festlegen

 

Alles hat seine Zeit. Privates wie auch geschäftliches. Kommuniziert wann und wie Ihr für wen erreichbar seid. Ihr könnt Euren Kunden verbindliche Zeiten vorgeben, genauso wie den Lieferanten und Kollegen. Auch Eure Familie sollte sich nur im Notfall während der Arbeitszeit bei Euch melden. Zum einen schafft das weniger Ablenkung und zum anderen wird das Eure Vorgesetzten freuen. Eure Produktivität wird merklich steigen. Bei den meisten Handymodellen könnt Ihr einen "Bitte nicht stören Modus" aktivieren und konfigurieren. Hier lässt sich festlegen, dass z. B. nur Euer Partner oder Eure Kinder stören dürfen. Notfälle soll es ja auch geben. Die Ausrede: "Das funktioniert bei mir nicht" oder "Ich muss immer erreichbar sein" sollte man doch stark hinterfragen. Vielleicht mit: "Was passiert wenn ich nicht erreichbar bin und wie groß ist der Schaden?" und "Kann ich im Notfall wirklich helfen?" Das mindert auch den Stress und beugt der Modekrankheit "Burn-Out" vor. Die Thematik ist ernst zunehmen und keiner ist davor sicher, der nicht auf sich achtet.

 4. Forest - Bäume gegen Smartphonesucht

 

Seit ein paar Tagen nutze ich Forest. Eine tolle App, die dabei hilft, dass man das Handy beiseite legt.

Das Prinzip ist einfach. Ich setze einen Timer (ähnlich wie bei der Pomodorotechnik) und wähle eine Baumart. Drücke ich auf Start, geht es los. Und dann passiert: Nichts! Ich sehe einfach einen Baum wachsen. Gehe ich an mein Handy und verlasse den Baum, geht dieser ein. Das klingt undramatisch. Allerdings sammle ich mit jeder Entwöhnungskur Goldtaler. Habe ich genug beisammen, pflanzt das Projekt "Trees for the Future" für mich einen Baum. Mittlerweile sind so über 253.000 Bäume zusammengekommen. Ich finde das unterstützenswert. Das Ganze ist löblicherweise für Chrome, Android und IOS verfügbar.

Forest erhebt auch Statistiken. So kann man festlegen, zu welchem Anlass man das Handy beiseite legt. So läuft gerade eben die Anwendung, während ich den Artikel schreibe. Der Tag lautet "Arbeit" und die Beschreibung lautet "Blogartikel". Auch Tags für "Sport" und "Hausarbeit" sind dabei, oder man definiert sich das selbst, je nach Geschmack.

Mein Handy hat während des Schreibens zu diesem Artikel bisher über 10 mal vibriert, aber es motiviert mich irgendwie, meinen Baum nicht zu zerstören. Bei mir funktioniert es also.

Eine schöne Funktion ist, dass man im Team pflanzen kann, oder auch gegeneinander. So kann man sich vielleicht zu Hause gegenseitig anspornen und schauen, wer sich selbst am besten im Griff hat. Und vielleicht heißt es dann: "Wer die meisten Bäume in der Woche hat, muss die komplette nächste Woche den Müll nicht herausbringen!" Meine Facebook-Freunde dürfen ab sofort gegen mich pflanzen.

5. Die Handygarage

 

Das ist ein Trick, den ich schon lange kenne, toll finde, aber selbst noch nicht umgesetzt habe. Hier geht es darum, den Fokus auf sinnvolle Zeit mit der Familie zu lenken und die Selbstdisziplin zu fördern.

Man benötigt Folgendes:

- einen Schuhkarton

- ein bastelwütiges Kind oder eigene Bastelfähigkeiten (geht auch ohne beides, sieht dann aber schmucklos aus)

- eine durch den Familienrat festgelegt Uhrzeit

 

Im Kern geht es darum, Euren Gerätschaften wie Tablet und Smartphone ein neues Zuhause zu geben. Eine Art Verbannungsort für mehr vernünftige Freizeit. Dieses Zuhause wird der Schuhkarton. Damit das Ganze auch optisch in Euer Zuhause passt, nehmt Ihr einfach Folie, Krepp, Geschenkpapier, Stifte, Glitter, Aufkleber, oder was Euch sonst so einfällt. Habt Ihr die Garage hübsch gestaltet, fahren alle Geräte für eine bestimmte Zeit lang ein. Sinnvoll wäre bei vielen wahrscheinlich der Zeitraum von 21:00 Uhr bis 06:00 Uhr.

Die Handygarage ist sicher die radikalste Form der Selbstdisziplinierung, aber sicher auch sehr wertvoll. Man gewöhnt sich aber an das Zeitfenster. An Ladenöffnungszeiten haben wir uns auch gewöhnt. 

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